19:00 - 21:00

Trium Avium .
Bach Goldberg Variationen für Streichtrio

Klassische Reihe . Johann Sebastian Bach Goldberg Variationen für Streichtrio . Trium Avium . Franz Peter Fischer (Violine) . Akiko Sato (Bratsche) . Dmitri Dichtiar (Cello)

Akiko Sato
Akiko Sato

Sein einziges gedrucktes Variationenwerk für Cembalo nannte Johann Sebastian Bach in nicht zu unterbietendem Understatement schlicht Clavier-Übung und fügte auf dem Titel des Erstdrucks folgende ausführliche Erklärung hinzu: „Clavier-Übung, bestehend in einer ARIA mit verschiedenen Veraenderungen vors Clavicimbal mit 2 Manualen. Denen Liebhabern zur Gemüths-Ergetzung verfertiget von Johann Sebastian Bach.“ Heute ist das Opus unter seinem populären Beinamen Goldberg-Variationen, BWV 988 bekannt, was auf einen Bericht des ersten Bach-Biographen Johann Nikolaus Forkel zurückgeht. Bach habe das Werk wie schon eingangs erwähnt für seinen Gönner Graf Hermann Carl von Keyserlingk in Dresden geschrieben, der an Schlaflosigkeit litt. Um ihm die Zeit in schlaflosen Nächten zu vertreiben, habe sich Keyserlingk ein paar Stücke gewünscht, “die so sanften und etwas muntern Charakters wären”. Sein Hauscembalist, der damals noch jugendliche Bach-Schüler Johann Gottlieb Goldberg (1727-1756), sollte sie ihm vorspielen. Zum Dank für das vollendete Werk habe Bach einen königlichen Lohn erhalten: “einen goldenen Becher, welcher mit hundert Louisd’or angefüllt war”, das höchste Honorar, das er jemals für eines seiner Werke entgegennehmen durfte. Der Lohn war dem Rang der Variationen angemessen: Aus dem eher unscheinbaren Wunsch des Kurländischen Grafen nach “etwas muntern” Cembalostücken ließ Bach einen monumentalen Variationenzyklus in 30 Teilen erwachsen die bedeutendsten “Claviervariationen” vor Beethovens Diabelli-Variationen. Es ist ursprünglich für ein zweimanualiges Cembalo geschrieben, gehört aber seit Glenn Goulds berühmter Einspielung zum Standardrepertoire der großen Pianisten. Um das Werk allerdings auf nur einer Tastatur spielen zu können, bedarf es einiger kompositorischer Eingriffe, damit Bachs Stimmführungen einigermaßen originalgetreu wiedergegeben werden. Ein anderer Weg ist die Transkription für andere Instrumente wie ein Streichtrio. Dem Trium Avium gelingt es dabei auf historischen Instrumenten, die Unterschiedlichkeit der Ober-, Mittel- und Unterstimmen besonders gut zur Geltung zu bringen. Schon während seiner Studienzeit in München und Düsseldorf bereiste der Geiger Franz Peter Fischer als Konzertmeister der „Jungen Deutschen Philharmonie“ viele Länder Europas und musizierte mit bedeutenden Dirigenten wie Lorin Maazel und Daniel Barenboim. In dieser Zeit beschäftigte er sich mit der Barockgeige und der historischen Aufführungspraxis. Konzertverpflichtungen mit dem „concentus musicus Wien“ unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt und der „Musica Antiqua Köln“ folgten. Nach mehreren Stationen gründete er das Concerto/Würzburg, das in den letzten Jahren viele vergessene Werke von fränkischen Komponisten aus der Mozartzeit aufgeführt hat und regelmäßig auf deutschen und internationalen Bühnen auftritt. Einladungsverpflichtungen verschiedener deutscher Orchester als Solist und Konzertmeister sowie Rundfunk- und CD-Aufnahmen ergänzen seine musikalische Tätigkeit. Franz Peter Fischer konzertierte in nahezu allen europäischen Ländern sowie den USA, in Südamerika, Japan, China und Südafrika. Die in Tokyo geborene Bratschistin Akiko Sato studierte zunächst Violine bei

Dimitri Dichtiar
Dimitri Dichtiar

Toshiya Eto in Tokyo und setze ihr Studium an der Musikhochschule in Freiburg im Breisgau bei Ulrich Koch (Bratsche) fort. Stipendien des Aspen-Musikfestivals (Colorado) ermöglichten ihr mehrere Studienaufenthalte in den USA, wo sie u. a. an Meisterkursen des Emerson String Quartett teilnahm. Sie war einige Jahre Mitglied des Tokyo Philharmonic Orchestra. Seit 1992 gehört sie der Badischen Staatskapelle an. Bereits während ihrer Studienzeit in Freiburg entwickelte Akiko Sato als Bratschistin des Spohrquartetts – neben der Mitwirkung an zahlreichen Rundfunkproduktionen – eine intensive kammermusikalische Konzerttätigkeit. Sie ist außerdem Mitglied des Ensemble Sorpresa und Mitbegründerin des Viola-Quartetts Quattuor Avium, das bereits mit großem Erfolg in der Hemingway Lounge gastierte. Der Cellist Dmitri Dichtiar ist in Moskau geboren. Er studierte an der Zentralen Musikschule für hochbegabte Kinder am Moskauer Konservatorium. Nach dem erfolgreichen Abschluss besuchte er das Moskauer Konservatorium. Seine Diplome bekam Dimitri Dichtiar an den Hochschulen für Musik in Detmold und in Karlsruhe. Die Meisterkurse bei Boris Pergamenschikow, Gerhart Darmstadt, Anner Bylsma, Rainer Zipperling und Phoebe Carrai rundeten seine Ausbildung ab. Während der Studienzeit entwickelte er eine Leidenschaft für Alte Musik. Nach dem Abschluss in Karlsruhe ging Dmitri nach Basel, wo er das Studium für Barockcello an der Schola Cantorum Basiliensis bei Christophe Coin absolvierte. Die Intensive Beschäftigung mit der Alten Musik verschiedenen Stilepochen führten Dmitri zur Zusammenarbeit mit vielen renommierten Ensembles wie Amsterdam Baroque Orchestra, Orchester “Anima Eterna”, Ensemble Cafe Zimmermann und als Solo-und Continuocellist in Nova Stravaganza, Hofkapelle München, Ensemble moderntimes_1800, Orchester Wiener Akademie, Concerto Köln und Deutsche Händel-Solisten. Als Solist, Continuospieler und Kammermusikpartner war er zu Gast bei Musik-Festivals und Konzertreihen u.a. bei Bach-Festival Leipzig, Bachfest Aschaffenburg, Rising Stars 2002, Händel- Festspiele Göttingen, Festival van Vlaanderen Brugge, Lüdwigsburger Festspiele, Festival for Early Music in Soul, Korea, Festival Oude Muziek Utrecht, Antiquarium Moskau, Mozartfest-Würzburg, Musikfest Stuttgart. Dmitri Dichtiar gab Meisterkurse und Workshops für Alte Musik in Deutschland, Kroatien, Schweiz, Brasilien, Korea. Er unterrichtet Barockcello und historische Aufführungspraxis an der Hochschule für Musik Karlsruhe. Lauschen Sie dem Streichtrio Trium Avium auf Barockinstrumenten und lassen Sie sich von den neuen Klänge der Goldberg Variationen von Johann Sebastian Bach verzaubern!

Eintritt: Regulär 20,- € . Mitglieder des Vereins KlangKunst e. V. 18,- € . Schüler/Studierende 10,- €

Tickets können Sie bei Reservix buchen.